• Aminosäuren

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    Häufig gestellte Fragen

    Aminosäuren

    Aminosäuren sind zentrale Bausteine unseres Körpers. Sie bilden in verschiedenen Verbindungen unterschiedliche, für den Körper lebensnotwendige Proteine und nehmen diverse Funktionen ein. Als fester Bestandteil kommen sie beispielsweise in unseren Muskeln vor und sind nicht zuletzt für das Wachstum und die Regeneration der Muskeln verantwortlich. Doch das ist längst nicht die einzige Funktion von Aminosäuren in unserem Körper: Sie unterstützen den Stoffwechsel, stärken das Immunsystem, liefern das Grundgerüst für unsere DNA und vieles mehr. Aminosäuren sind also echte Alleskönner und sollten dem Körper stets in ausreichender und ausgewogener Menge zur Verfügung stehen.
    Auch bei Sportlern gelten Aminosäuren seit langer Zeit als beliebtes Nahrungsergänzungsmittel für den gezielten Muskelaufbau und wirken sogar dem Muskelabbau entgegen. Doch wie du bereits erfahren hast, wirken Aminosäuren an unterschiedlichen Stellen positiv auf unseren Körper ein und sind daher längst nicht nur für Bodybuilder geeignet.

    Aminosäuren sind die Grundbausteine für Proteine in unserem Körper, auch bekannt als Eiweiß. Damit ein Protein entstehen kann, reihen sich eine Vielzahl von Aminosäuren in einer kettenförmigen Struktur aneinander. Kommen dabei ca. 50 oder mehr Aminosäuren zusammen, spricht man von einem Protein. Im menschlichen Körper finden sich 20 verschiedene Aminosäuren, welche alle verschiedene Aufgaben einnehmen. Davon können einige vom Körper selbst in ausreichender Menge hergestellt werden, andere wiederum müssen wir über die Nahrung aufnehmen. Diese im Körper nicht oder nicht ausreichend vorhandenen Aminosäuren nennt man "essentielle Aminosäuren", die vom Körper selbst produzierten Aminosäuren sind dagegen "nicht-essentielle Aminosäuren". Die Bezeichnung "essentiell" oder "nicht-essentiell" soll dabei jedoch nicht bedeuten, dass manche Aminosäuren weniger wichtig als andere sind. Nur wenn alle 20 Aminosäuren in ausreichender Menge zur Verfügung stehen, können die Prozesse im Körper reibungslos ablaufen.
    Im wesentlichen kommen Aminosäuren im Körper bei folgenden Aufgaben zum Einsatz:
    Beim Aufbau von Zellstrukturen
    Als Katalysator für biochemische Reaktionen im Körper
    Als Signalstoff zum Übermitteln von Signalen im Körper
    Als Botenstoff um andere Stoffe im Körper zu transportieren

    Insgesamt gibt es 20 im Körper vorkommende Aminosäuren, welche zur Herstellung von Eiweißen benötigt werden, weswegen sie auch als proteinogene Aminosäuren bezeichnet werden. 10 davon kann der Körper in ausreichender Menge selbst herstellen, 2 kann er nur teilweise herstellen und 8 müssen extern über die Nahrung aufgenommen werden. 
    Zu den nicht-essentiellen (also vom Körper selbst hergestellten) Aminosäuren gehören:
    Alanin
    Asparagin
    Asparaginsäure
    Cystein
    Glycin
    Glutamin
    Glutaminsäure
    Prolin
    Serin
    Tyrosin
    Zu den semi-essentiellen (also vom Körper nur in unzureichender Menge hergestellten) Aminosäuren gehören:
    Arginin
    Histidin
    Somit bleiben noch die extern aufgenommenen essentiellen Aminosäuren:
    Isoleucin
    Leucin
    Lysin
    Methionin
    Phenylalanin
    Threonin
    Tryptophan
    Valin

    Für den Grundbedarf des Körpers reicht eine Aufnahme der essentiellen Aminosäuren über gewöhnliche Nahrung zum Glück aus. Essentielle Aminosäuren finden sich sowohl in tierischen, als auch in pflanzlichen Lebensmitteln, wobei der Anteil in tierischen Produkten jedoch in der Regel überwiegt.
    Klassische aminosäurehaltige Produkte sind zum Beispiel:
    Hühnereier (hier finden sich sogar gleich alle vom Menschen benötigten essentiellen und nicht-essentiellen Aminosäuren)
    Fleisch (vor allem Rind und Geflügel)
    Fisch und Meeresfrüchte
    Milchprodukte
    Nüsse
    Hülsenfrüchte
    Sojabohnen
    Sportler greifen darüber hinaus gerne zur Aufnahme von Aminosäuren durch Kapseln oder Pulver um ihren erhöhten Aminosäurenbedarf gezielt ausgleichen zu können.

    Wie bereits erwähnt sind Aminosäuren besonders bei Sportlern beliebt, da sie das Muskelwachstum und die Muskelregeneration begünstigen. Gerade durch ein intensives Training wird der Bedarf an Aminosäuren erhöht, welcher durch die Zufuhr von Aminosäuren als Nahrungsergänzungsmittel aufgefangen werden kann. Doch nicht nur Sportler profitieren von der Aufnahme von Aminosäure. Welche Aminosäuren du wann vermehrt zu dir nehmen solltest, findest du hier:

    Isoleucin
    Bei intensivem Sport, Stress oder Leber- und Nierenerkrankungen
    Isoleucin dient als Energielieferant für die Muskeln, hemmt den Eiweißabbau und reguliert den Blutzuckerspiegel
    Leucin
    Bei intensivem Sport, Stress, Leber- und Nierenerkrankungen
    Leucin dient ähnlich wie Isoleucin als Energiequelle für die Muskulatur, ist an deren Synthese beteiligt und hemmt den Eiweißabbau
    Lysin
    Zur Stärkung des Immunsystems, bei viralen Infekten und bei Herz-Kreislauf-Leiden
    Lysin wird zur Stärkung des Immunsystems eingenommen, bildet Enzyme, Hormone und Antikörper, fördert das Wachstum, repariert Gewebe und wirkt antiviral
    Methionin
    Allergien und Depressionen
    Methionin entgiftet, trägt zur Heilung von von Leber und Nieren bei und unterstützt den Stoffwechsel
    Phenylalanin
    Stress, Depressionen, Parkinson-Erkrankung
    Phenylalanin wirkt bei der Bildung von Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin, Thyroxin und Melanin mit und wirkt darüber hinaus entzündungshemmend 
    Threonin
    Starke körperliche Belastung, Infekte, hyperaktive Nervenreaktionen, Lebererkrankungen
    Threonin ist wichtig für das Nervensystem, reguliert den Fetthaushalt des Körpers und verhindert Fettleber. Außerdem stärkt es das Immunsystem, bildet Antikörper und wird ebenfalls zur Energiegewinnung verwendet
    Tryptophan
    Bei intensivem Sport, Schlafstörungen, Depressionen
    Tryptophan wird zur Bildung von Serotonin, Niacin und Tryptamin benötigt und ist außerdem wichtig für den Leberstoffwechsel
    Valin
    Bei intensivem Sport, Stress, Leber- und Nierenerkrankungen
    Valin dient ebenfalls als Energiequelle, fördert den Eiweißaufbau und hemmt den Eiweißabbau

    Besonders beliebt sind dabei die sogenannten BCAAs. Das sind verzweigtkettige Aminosäuren (auf englisch "branched-chain amino acids”, daher "BCAA"), zu welchen die essentiellen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin gehören. Da sie vor allem das gesunde Muskelwachstum fördern, Muskelabbau verhindern, die Energieversorgung regulieren und die Insulinausschüttung ankurbeln, sind sie besonders bei Kraftsportlern gefragt. Neben den essentiellen Aminosäuren erfreuen sich jedoch auch Arginin und Glutamin vor allem in Form von Pre-Workout-Boostern an großer Beliebtheit, da sie die Leistungsfähigkeit der Muskeln merkbar steigern.

    Vor dem Training solltest du Aminosäuren einnehmen, welche einen Pump begünstigen und die Leistungsfähigkeit deiner Muskeln steigern. Besonders gut eignen sich hierfür Arginin und Glutamin. Um ein langfristig anhaltendes und gesundes Muskelwachstum zu gewährleisten, solltest du auf BCAAs setzen. Anders als Arginin und Glutamin haben BCAAs (das sind namentlich Valin, Leucin und Isoleucin) keinen direkten Einfluss auf die Leistungsfähigkeit, fördern jedoch nachhaltig das Muskelwachstum, verhindern den Muskelabbau durch das Stresshormon Cortisol und sichern dir so einen anhaltenden Trainingserfolg.

    Grundsätzlich sind dir hier zwei Möglichkeiten geboten: Du kannst Aminosäuren als Tabletten bzw. Kapseln einnehmen, welche sich im Magen auflösen oder in Pulverform gemischt mit Wasser zu dir nehmen. In flüssiger Form werden die Aminosäuren schneller vom Körper aufgenommen, da die Kapseln zunächst im Magen aufgelöst werden müssen. Allerdings sprechen wir hier von wenigen Minuten, sodass es letztlich von deiner persönlichen Präferenz abhängt, ob du Aminosäuren lieber in Kapselform oder aufgelöst in Wasser zu dir nehmen möchtest.
    Beim Zeitpunkt der Einnahme kommt es ganz darauf an, welche Aminosäuren du aus welchem Grund einnimmst. Einige Aminosäuren wie zum Beispiel Arginin solltest du am besten vor dem Workout einnehmen, da sie die Leistungsfähigkeit der Muskulatur erhöhen. BCAAs hingegen haben keinen spürbaren Effekt auf die Leistungsfähigkeit sondern unterstützen das in Ruhephasen stattfindende Muskelwachstum und können somit nach dem Training eingenommen werden. Am besten informierst du dich für deine jeweiligen Aminosäuren einmal gesondert zu den Punkten Einnahmemenge und Einnahmezeitpunkt.